Ok, das sind auf den ersten Blick Dinge, die sehr wenig miteinander zu tun haben, und doch hab ich all das in der letzten Woche untergebracht, während ich noch täglich damit beschäftigt war mich für eine endgültige Kursauswahl zu entscheiden. Nicht umsonst steht die Uni an erster Stelle. Bis heute lief nämlich noch die Frist zur Kursanmeldung, die auch hier nur online abläuft. Außerdem hab ich mich geärgert über Kurse, die zwar im Coursekatalog stehen, aber aufgrund der Krise nicht gehalten werden können oder Kurse, die eigentlich auf Englisch stattfinden sollen, ich tatsächlich aber nur isländisch hörte, wenn ich mich in die Vorlesung gesetzt habe.
Immerhin hab ich jetzt eine Auswahl getroffen, mal sehen, welche Kurse ich wirklich zu Ende bringe bzw. für mein Studium in Deutschland einbringen kann. Jedenfalls hat die Uni mehr Zeit (und Ärger) eingenommen als ich dachte.
Trotzdem musste ich natürlich die restliche Zeit nutzen um zum Beispiel die Kurse der Hochschultanzgruppe (Háskóladansinn) kostenlos auszuprobieren. Dienstag stand Rock'n'Roll auf dem Programm, allerdings in einer Halle die nicht, wie so vieles andere, zu Fuß zu erreichen ist. Ich bin also ein Stück mit dem Bus gefahren und dann doch wieder eine ganze Weile gelaufen, aber es hat sich allein wegen den Liedern gelohnt (Brown Eyed Girl wurde mein Ohrwurm).
Achja, am selben Tag war ich auf einem Information meeting für Volunteers beim Internationalen Filmfestival, das Ende September hier in Reykjavik stattfindet (www.riff.is) und werde wie es aussieht einen Teil der nächsten Wochen damit verbringen bei den Vorbereitungen zu helfen. Unter anderem geht es darum stundenlang Filme zu kucken. Yeah!
Jani aus Berlin kam auf die glorreiche und spaßige Idee ISKA zu gründen, nachdem sie sich von einer Isländerin etwas sehr isländisch zeigen lassen hat: Stricken. ISKA meint also International Students Knitting Association. Ich, die in den letzten Jahren jeden Herbst zu Stricknadel und Wolle gegriffen hat, war da natürlich gleich dabei und die ersten Ergebnisse sind auch schon (fast) vorzeigbar. Es gibt hier recht preiswert landestypische Wolle zu kaufen (Lopi) und es ist nicht einfach sich zwischen all den Farben zu entscheiden und nicht in die Versuchung zu kommen sich sofort einen Isländerpulli zu kaufen, wenn man in einem der Wollläden ist.
Seit ich hier angekommen bin, sind mir überall in der Stadt die Filmplakate von "Future of Hope" aufgefallen und nachdem ich in der englischen Zeitung (grapevine) ein Interview über diesen Dokumentarfilm gelesen und entdeckt hab, dass die Filmmusik unter anderem von Damien Rice ist, wollte ich den Film natürlich sehen und hab ein paar andere Exchange Students angestachelt mitzukommen.
Meinen Erwartungen hat er allerdings dann nicht mehr standgehalten. Trotzdem vermittelt er eine insgesamt positive Stimmung der Isländer nach der Krise, zeigt Fälle von plötzlich unbezahlbaren Schulden, aber auch viele, neue Innovationen. Die wichtige Rolle Islands, wenn es um erneuerbare Energien geht, wird bestimmt noch für Europa zu spüren sein. Das Thema Neuanfang scheint sowieso ziemlich zentral zu sein, ebenso wie die Diskussion über den EU-Beitritt. Dabei geht es den Isländern wie schon so oft um ihren Fisch und ihr Faible für (Saga) Helden. Auch wenn diese Insel nur ungefähr ein Zehntel soviel Einwohner hat wie unsere Hauptstadt, geht doch einiges vorwärts. Island ist außerdem das erste Land, das eine "offiziell" homosexuelle Premierministerin hat, was auf den Färöern Insel gerade noch für Trubel sorgt...
...und morgen werd ich wieder mehr von der Natur dieses interessanten Landes sehen!
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