Donnerstag, 30. September 2010

Kvikmyndahátið. Sólfar. Bláa Lónið.

Stikkorð. Stichworte der letzten Tage.

Kvikmyndahátið.
Das Filmfestival. Seit letzten Freitag.
3 Filme gesehen, unter anderem im Bíó Paradís.
(Das Kino ist hier Bíó) Weitere werden noch folgen...


Sólfar. Das Sonnenschiff.
Eine Skulptur am Meer und neben der Hallgrimskirkja ein weiteres Wahrzeichen der Stadt.

Heimsókn. Der erste Besuch aus Deutschland von Martin.

Góður maturinn. Gutes Essen, selbst gekocht!
Hier zum ersten Mal Shrimps vom Fischmarkt in Kólaportið.


Legends and Fairytales.
Ghosts! Es gibt immer noch neues zu entdecken,
wenn man in halbfertige Häuser einsteigt, zum Beispiel...


Bláa Lónið.
Blaue Lagune.
Ein weiterer Busausflug am Dienstag Abend.

Das Wasser so blau, so blau.
Wow!

Die Luft und der Wind: Kalt.
Das dampfende Wasser: Warm bis heiß.
Die Wolken ziehen schnell vorbei.
Die kantigen Felsen. Weicher Silica Schlamm.

Dienstag, 28. September 2010

Wind, Wasser, Wale

Schon lange wollte ich Wale in freier Wildbahn und überhaupt Wale "in natura" sehen. Island ist dafür eins der besten Länder Europas und Whalewatching der in den letzten Jahren am stärksten gewachsene Tourismuszweig. Es werden hier zwar auch Wale gegessen und zu einem typisch isländischen Restaurant gehört Walfleisch, ebenso wie Puffinflisch (Papageientaucher heißt dieser coole Vogel auf Deutsch) dazu und doch sind nicht alle Isländer Bejaher dieser Tradition. Aber ich will dieses pikante Thema nicht noch weiter ausführen, ich werde nur bestimmt kein Walfleisch essen während ich hier bin, ebenso wenig wie Pferdefleisch...

Natürlich hab ich mich aufs Whalewatching gefreut, weil es schon ein langer Traum war. Deswegen hab ich gleich den ersten Besuch, den ich hier habe dazu mitgenommen. (Seit ich Besuch habe hat dieses Auslandssemester wieder mehr was von Urlaubssemester und ich sehe wieder mehr als die Uni und mein Zimmer). Ich hab zwar versucht mit keine Erwartungen zu machen, aber umso mehr man hofft, dass was ganz tolles passiert, desto eher ist man auch enttäuscht. Ich kann gleich sagen: Es ist kein Buckelwal aus dem Wasser gesprungen (denn die waren diesen Sommer hier sehr selten...kein gutes Zeichen, würde mich interessieren wieso: Ob sie sich einfach nicht mehr so nah an der Küste aufhalten oder ob es weniger werden) und ich habe auch keine Schwanzflosse im Sonnenuntergang gesehen. Dafür war das Wetter bestens und die Tour laut der Tourführerin erflogreich und die Wale nett zu uns.

Whalewatching ist ja auch so ein typisches Touri-ding. Menschen aus anderen Ländern, die sich auf dem Boot versammeln werden aus dem Hafen und aus der Bucht herausgefahren in der Hoffnung möglichst nah und viele Walrücken aus dem Wasser glänzen zu sehn. Hauptsache man hat es mal gemacht!
Nunja, dass ich nicht so ein Fan davon bin ist klar. Trotzdem war es, ebenso wie die Safari in Tansania etwas, was man mit Sicherheit nicht vergisst. Ein schönes Erlebnis, mit viel Aufregung und Freude und dem Versuch die Tiere mit der Kamera zu erwischen. Irgendwie hat es was von Walfang, wenn man sich freut, dass man im richtigen Moment abgedrückt hat und ruft: Ich hab ihn!

Diese Wale hab ich also eingefangen:
Minke-Whale (Zwergwal) und White beaked dolphins (Weißschnauzendelfine). Die Delfine waren wirklich toll, einer schwamm sogar unterm Schiff durch. Und die Zwergwale sind mal in Richtung 10, 12, 3 oder 5 Uhr aufgetaucht. zwischen 50 und 300 m Entfernt. Manchmal wusste man garnicht wohin man kucken sollte um auf die kleine Atemfontäne und die Finne zu warten.









Freitag, 24. September 2010

Árbæjarsafn


Einer der Kurse die ich belege heißt Icelandic Folktales, Beliefs, Customs and Identity: Ghosts, Sharkmeat, Mountain Women and Alcohol. Abgesehen vom sehr humorvollen Titel ist dieser Kurs echt informativ, ich bekomme einen anderen Blick auf die Sagas und finde sie sogar spannend. Was, als ich sie im ersten Jahr in Nordischer Philologie übersetzen musste, nicht so der Fall war. Ein guter Einblick in die Vergangenheit und Kultur der Isländer auf jeden Fall, aber auch viel zu lesen... Im Rahmen dieses Kurses haben wir gestern einen Ausflug ins Freilichtmuseum gemacht und uns alte Häuser angekuckt. lm Schnelldurchlauf hat uns eine Frau herumgeführt und weil wir nicht so viel Zeit hatten, gabs viel Foto-Knipserei. Dazu muss ich sagen, dass ca. jeder zweite Austauschstudent hier eine digitale Spiegelreflexkamera hat, was mich jedesmal aufs neue überrascht, wenn jeder seine Kamera zückt. Ich muss zugeben, da hätte ich mich mit einer "normalen" Digicam ein bisschen unzureichend ausgestattet gefühlt. Alles bestens also und hier gibts nostalgische Bilder aus dem Leben in Island vor 200 bis 100 Jahren:
Früher gegen Heute. Alte Bauernhäuser mit Grasdach (eine Kirche) gegen Hochhäuser.





Wolle spinnen und stricken.

zB für diese traditionelle Schuhe.


Wohnt hier vielleicht ein Hobbit? Nicht umsonst gibt es Parallelen zwischen dem frühen Island und Tolkiens Mittelerde.




Die Küche der reicheren Menschen. Die Bauern nannten die Häuser in der Stadt "leere Häuser", weil sie keine Tiere im Haus hatten. In den Bauernhäusern konnte man direkt vom Wohnhaus in den Stall.




Montag, 20. September 2010

Angekommen?



4 Wochen. Ein Resümee.
Mittlerweile begegnet einem nicht mehr jeden Tag etwas Neues, Unbekanntes. Es geschehen immer noch Sachen, die einem merkwürdig erscheinen, vielleicht typisch isländisch, vielleicht aber auch nur typisch Auslandsaufenthalt. Oder das ganz normale Leben. Nur dass man sich hier häufiger über die kleinen Dinge freut, Häuser, Dinge fotografiert, die man sonst wahrscheinlich übersehen hätte, würde man schon länger hier leben.

Doch so langsam hat man sich trotzdem eine Art Alltag angeeignet. Unter der Woche jeden Tag in die Uni gehen, am Wochenende auf den Flohmarkt. Dazwischen ist dann Zeit für alles andere, wie Parties, Dinner bei Nachbarn, Einkaufen, Skypen, Schwimmen gehen und Schlafen. Vor allem Schlafen erscheint mir in den letzten Tagen besonders wichtig :)
Die erste Zeit war jeden Tag was anderes los und ich wollte am liebsten alles auf einmal machen und mitnehmen was ging, so mittlerweile zeigen sich die ersten Erschöpfungserscheinungen. Das Wetter, das mittlerweile kälter geworden ist und mein Entschluss, die Hausarbeit für das letzte Sommersemester in Deutschland doch endlich noch weiter zu schreiben, tun ihr übriges... Die anfängliche, tägliche Euphorie verflüchtigt sich immer mehr.

Hier in Reykjavík ist jedes Wochenende in einer großen Halle Flohmarkt, auf dem Second-Hand Sachen, ebenso wie Antiquitäten und isländische Spezialitäten (mir vergeht allerdings dabei meist der Appetit: Hai, Pferd, Trockenfisch) verkauft werden. Letztes Wochenende hab ich dort für knapp 20 Euro unter anderem Winterstiefel gefunden, was ziemlich praktisch ist, da wie bekanntlich sonst alles etwas teurer ist und ich nicht so viel von Zuhause mitnehmen konnte.


Wieder einmal fällt mir auf, dass Reykjavík wirklich keine richtige Stadt ist. Wenn man es danach bemisst, wie oft man Leute trifft, die man kennt oder zumindest schon gesehen hat, dann ist es ein Dorf.
Letztens war ich im Bónus, dem Discount-Supermarkt mit dem rosa Schwinchen auf der gelben Tüte und plötzlich wurde ich angesprochen von jemandem, den ich nicht kannte bzw. nur über Couchsurfing. Wie sich herausstellte hat er mich von meinem Bild wieder erkannt. Am nächsten Tag bin ich dann mit ihm und einem anderen Couchsurfer auf eine Studentenparty gegangen, auf der ich wiederrum jemand getroffen hab, der in Wien im selben Haus wohnt wie zwei Mädels, die mit mir in der Kollegstufe waren. Ja, die Welt ist klein.

Mein Lieblingsschwimmbad (es gibt ja einige zur Auswahl in Reykjavik) hab ich mittlerweile auch schon. Das Schwimmbecken und die Hot Pots sind draußen, daneben gibt es noch eine Dampfsauna und andere Saunen, zu denen ich mit meiner Karte aber keinen Zugang hab. Als ich zum ersten Mal dort war hab ich mich aus Versehen in den heißesten Hot Pot gesetzt (44-46 Grad), da mir noch nicht bewusst war, dass die unterschiedlich warm sind. Da ich das Gefühl hatte gekocht zu werden, bin ich seitdem nur noch in die kälteren (36-40 Grad). Es heißt, dass man als Ausländer am besten in den Hot Posts mit Isländern ins Gespräch kommt, ich hab zumindest schon eine andere Studentin und eine Kurrzeiittouristin dort kennen gelernt. Das schöne an den isländischen Schwimmbädern ist auch, dass man kostenlos die Föns benutzen darf und es gratis Schwimmflügel zum Leihen für Kinder gibt, ab und zu auch Seife in den Duschen...und es ist viel billiger als in Deutschland!
Ebenso wie die Wolle, deswegen hier zum Schluss meine ersten selbstgestrickten Handschuhe aus Lopi:


Die Tür nach links führt zu meinem Zimmer, indem ich seit letzten Mittwoch auch endlich angekommen bin! Endlich konnte ich alles auspacken und mich ein bisschen in dem neu renovierten Zimmer einrichten. Auch das trägt zu einer Art Alltag bei...