Montag, 20. September 2010

Angekommen?



4 Wochen. Ein Resümee.
Mittlerweile begegnet einem nicht mehr jeden Tag etwas Neues, Unbekanntes. Es geschehen immer noch Sachen, die einem merkwürdig erscheinen, vielleicht typisch isländisch, vielleicht aber auch nur typisch Auslandsaufenthalt. Oder das ganz normale Leben. Nur dass man sich hier häufiger über die kleinen Dinge freut, Häuser, Dinge fotografiert, die man sonst wahrscheinlich übersehen hätte, würde man schon länger hier leben.

Doch so langsam hat man sich trotzdem eine Art Alltag angeeignet. Unter der Woche jeden Tag in die Uni gehen, am Wochenende auf den Flohmarkt. Dazwischen ist dann Zeit für alles andere, wie Parties, Dinner bei Nachbarn, Einkaufen, Skypen, Schwimmen gehen und Schlafen. Vor allem Schlafen erscheint mir in den letzten Tagen besonders wichtig :)
Die erste Zeit war jeden Tag was anderes los und ich wollte am liebsten alles auf einmal machen und mitnehmen was ging, so mittlerweile zeigen sich die ersten Erschöpfungserscheinungen. Das Wetter, das mittlerweile kälter geworden ist und mein Entschluss, die Hausarbeit für das letzte Sommersemester in Deutschland doch endlich noch weiter zu schreiben, tun ihr übriges... Die anfängliche, tägliche Euphorie verflüchtigt sich immer mehr.

Hier in Reykjavík ist jedes Wochenende in einer großen Halle Flohmarkt, auf dem Second-Hand Sachen, ebenso wie Antiquitäten und isländische Spezialitäten (mir vergeht allerdings dabei meist der Appetit: Hai, Pferd, Trockenfisch) verkauft werden. Letztes Wochenende hab ich dort für knapp 20 Euro unter anderem Winterstiefel gefunden, was ziemlich praktisch ist, da wie bekanntlich sonst alles etwas teurer ist und ich nicht so viel von Zuhause mitnehmen konnte.


Wieder einmal fällt mir auf, dass Reykjavík wirklich keine richtige Stadt ist. Wenn man es danach bemisst, wie oft man Leute trifft, die man kennt oder zumindest schon gesehen hat, dann ist es ein Dorf.
Letztens war ich im Bónus, dem Discount-Supermarkt mit dem rosa Schwinchen auf der gelben Tüte und plötzlich wurde ich angesprochen von jemandem, den ich nicht kannte bzw. nur über Couchsurfing. Wie sich herausstellte hat er mich von meinem Bild wieder erkannt. Am nächsten Tag bin ich dann mit ihm und einem anderen Couchsurfer auf eine Studentenparty gegangen, auf der ich wiederrum jemand getroffen hab, der in Wien im selben Haus wohnt wie zwei Mädels, die mit mir in der Kollegstufe waren. Ja, die Welt ist klein.

Mein Lieblingsschwimmbad (es gibt ja einige zur Auswahl in Reykjavik) hab ich mittlerweile auch schon. Das Schwimmbecken und die Hot Pots sind draußen, daneben gibt es noch eine Dampfsauna und andere Saunen, zu denen ich mit meiner Karte aber keinen Zugang hab. Als ich zum ersten Mal dort war hab ich mich aus Versehen in den heißesten Hot Pot gesetzt (44-46 Grad), da mir noch nicht bewusst war, dass die unterschiedlich warm sind. Da ich das Gefühl hatte gekocht zu werden, bin ich seitdem nur noch in die kälteren (36-40 Grad). Es heißt, dass man als Ausländer am besten in den Hot Posts mit Isländern ins Gespräch kommt, ich hab zumindest schon eine andere Studentin und eine Kurrzeiittouristin dort kennen gelernt. Das schöne an den isländischen Schwimmbädern ist auch, dass man kostenlos die Föns benutzen darf und es gratis Schwimmflügel zum Leihen für Kinder gibt, ab und zu auch Seife in den Duschen...und es ist viel billiger als in Deutschland!
Ebenso wie die Wolle, deswegen hier zum Schluss meine ersten selbstgestrickten Handschuhe aus Lopi:


Die Tür nach links führt zu meinem Zimmer, indem ich seit letzten Mittwoch auch endlich angekommen bin! Endlich konnte ich alles auspacken und mich ein bisschen in dem neu renovierten Zimmer einrichten. Auch das trägt zu einer Art Alltag bei...

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