Sonntag, 28. November 2010

Sólin Mun Skína (Rökkuró)



In dieser kalten, dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig gute, passende Musik zu hören. Deswegen gibts heute zum ersten Advent dieses wunderschön optimistische Lied, das ich hier schon live gehört habe. Der Titel heißt "die sonne wird scheinen". Jetzt wird sie aber erst mal jeden Tag weniger scheinen...

Heute wurde auf austurvöll, dem Platz vor dem Parlament ein norwegischer Tannenbaum eingeweiht, und es wurde weihnachtliche Musik gespielt. Weil mir und den holländischen Mädels mit denen ich dort war, aber die Zehen eingefroren sind, mussten wir uns danach bei einer heißen Schokolade aufwärmen. Schnee gibts hier in Reykjavík gerade keinen mehr, was die Weihnachtsdekorationen in der Stadt noch ein bisschen schwach aussehen lässt.

Sonntag, 21. November 2010

Anzeichen des Endes in der kleinen Ausnahmewelt

Endlich mal wieder ein kleiner Bericht in Worten.
Es ist tatsächlich nur noch eine Woche Uni hier an der Hàskoli Ìslands! Anlässlich dieser Verkündung bin ich gestern aus allen Wolken gefallen. Aber es stimmt...
Die Zeichen des Endes dieses Semesters mehren sich zunehmend. Alles geht wie immer viel zu schnell. Aber wie soll man das Leben als Erasmus Student beschreiben? Ich rede zurzeit oft von der Ausnahmesitutaion, die so ein Semester ist. Du bist weg von deinem gewohnten Umkreis, lernst aber gleichzeitig unglaublich viele Menschen kennen, die sich mit dir gemeinsam über das Land wundern. Und wir Erasmus Studenten lieben Island, mit seiner gewaltigen Natur, seiner Kälte, seiner Verrücktheit und seinen Hot Pots und das posten wir auch regelmässig über Facebook hinaus in unsere kleine Welt. Ich fühle mich manchmal wirklich wie in einer großen Erasmus-Familie. Man ist zwar ganz allein hier her, auf diese abgeschottete, ferne Insel gekommen, doch immer wenn ich hier in die Stadt gehe, kann ich damit rechnen mindestens einer Person zu begegnen, die ich kenne und mit der ich ein paar Worte wechsle. (In der Uni sowieso). Natürlich sind das selten Isländer...auch wenn ich hauptsächlich nach Island gegangen bin um mein Isländisch zu verbessern, hab ich eher besser Englisch gelernt und Menschen aus Europa und dem Rest kennen gelernt. Denn das ist der Unterschied zwischen Auslandssemester und "in einem anderen Land leben" und ich habe mich wohl unbewusst für dieses eine kurze Semester dafür entschieden voll in das Erasmus-Leben einzusteigen. Das "In Island leben" kann ja immer noch kommen. Nächstes Jahr oder so :)
Jedenfalls mag ich das Leben hier sehr gerne. Natürlich steht die Uni nicht an erster Stelle, selbst jetzt in der heissen Phase der Prüfungen und nahenden Abgabetermine gibt es etliche Ablenkungen.
Sei es auch nur ein Stricktreffen im Hàskolatorg (weil alle Mädchen spätestens hier anfangen zu stricken gibt es den wöchentlichen Strickclub) nach der Bibliothek.
Oder mal wieder zur Entspannung im Hot Pot sitzen (und einen kleinen Abstecher zur Abkühlung in das eiskalte Meerwasser machen in Nautholsvík, dem Stadtstrand von Reykjavík).
Oder isländische Bands live in Bars oder Kirchen spielen sehen (Rökkuró, For A Minor Reflection, oder das Orchester eines Kommilitonen).
Oder Geburtstage feiern. Mit Bier oder Kuchen und Tee.
Ins Kino gehen und englische Filme mit isländischen Untertiteln kucken. Oder Mittwochs kostenlos einen isländischen Film im Culture House.
Oder eine finnische Pre-Christmas-Party mit anschliessender spanischer Musik, die alle und vor allem die Spanier dazu veranlasst die Tische samt Weihnachtsdeko zur Seite zu schieben um Platz zum Tanzen zu haben.
Oder eine Fahrradtour nach der Uni zur Kirche auf der Halbinsel, oder gleich fahrradfahren auf dem zugefrorenen Stadtteich Tjörnin.
Sonntags wieder mal auf dem Flohmarkt gehen und endlich zu merken, dass man doch Fortschritte macht im isländisch sprechen.
Oder endlich doch noch...

Und nebenbei muss man ja auch mal Zeit haben zum Kerzen und Pepperkaker kaufen. Flug buchen. Sich ein bisschen auf Weihnachten freuen, aber eigentlich keine Zeit dazu haben.
Was passiert, wenn das hier zu Ende ist?
Who cares? Jetzt bin ich noch hier. Noch genau vier Wochen.

Esja


Am Samstag bin ich endlich auf den/die Esja gewandert!
Das ist der Berg, den man häufig auf meinen Fotos von Reykjavík auf der anderen Seite des Wassers sehen kann. Das ist auch der Berg, den ich jeden Tag in unterschiedlichen Lichtstimmungen sehe, wenn ich an der Uni oder Perlan bin. Deswegen musste ich da unbedingt noch rauf und ich hatte praktischerweise einen Geologie-Studenten als Guide.
Eigentlich heißt das ganze Gebiet Esja, und es gibt unterschiedliche Gipfel. Um ganz hoch zu kommen mussten wir Schnee durchqueren, über Felsen klettern und uns an Seilen festhalten. Oben ist eine weite Fläche mit Steinen, Geröll und grünem, weichen Moos, über die der Wind gefegt hat.



Unten am Parkplatz haben wir auf den Bus gewartet, als plötzlich zwei andere Austauschstudenten, die ich nur knapp kannte, auf uns zu kamen und fragten ob sie uns zurück mit in die Stadt nehmen sollen. Sie haben nämlich ihr Auto aus Deutschland mit nach Island gebracht. Witzigerweise wohnen sie im Haus gegenüber von meinem Guesthouse und wollten am Abend aufs selbe Konzert wie ich. So zum Beispiel lernt man hier neue Menschen kennen.

Dienstag, 16. November 2010

Aurora Borealis

Am Sonntag Abend ist es mir endlich gelungen dieses Naturschauspiel der Nordlichter mit der Kamera festzuhalten! Wir sind ans Wasser gegangen, weg von den Lichtern der Stadt und ich konnte mir ein kleines Stativ ausleihen, was die Sache sehr erleichtert. Die ersten Bilder waren nur schwarz, bis ich kapiert habe welche Einstellungen die besten sind. Obwohl die Nordlichter nicht so überragend waren, gab es doch diesen einen Moment, wo mehrere Lichtbahnen nebeneinander aufleuchteten:


Reykjavík IV



Ein sonniger, kalter Wintertag im November.
Am Hafen. Es ist ruhig, kein unangenehmer Wing geht
sondern die Sonne scheint mir ins Gesicht.
Ich tanke Vitamin D und ich höre Musik.

Tjörnin ist gefroren und Familien nutzen das für einen
Sonntagsspaziergang auf dem Eis. Ich bin sogar schon mit
dem Fahrrad über den See gefahren. Wunderbar!

Lachsfluss in Reykjavík





Donnerstag, 4. November 2010

Reykjavik III


Gestern: Endlich Schnee! Am Abend hab ich einen kleinen Spaziergang durch die Schneeflocken gemacht und bin dann noch bei den Franzosen im Guesthouse vorbeigeschneit um mich in Gesellschaft und in der Küche aufzuwärmen. So nebenbei: Ich hätte es nicht erwähnen dürfen...ich bin trotz Abhärtung wieder erkältet!
Heute: Seit langem wieder zu Fuß zur Uni. Mir war es zuviel Schnee fürs Fahrrad und ich wollte wieder einmal Fotos machen. Dies sind Eindrücke von meinem Weg am Tjörnin entlang, wer sich erinnert - ich habe im Dezember schon mal vom selben Weg Bilder hochgeladen.

Ein Teil des Rathaus, das in den Teich hineingebaut wurde, dahinter wie immer über allem die Hallgrimskirkja und neben der aufgehenden Sonne (es war 10 Uhr!) die Rundkuppel von Perlan auf dem Hügel.


Ein Schneepflug auf der Straße zur Uni. Das Hauptgebäude der Uni.


Davor Saemundur der Weisen, der laut Legende, der erste studierende Isländer im Ausland war und von Frankreich auf dem Rücken eines Seehundes nach Island zurückgekommen ist.
Die beflügelte Teichbevölkerung auf Wasser und Eis.


...und dann auf dem Heimweg nach der Uni höre ich schon von weitem, das mittlerweile bekannte Geräusch der Protestierenden vor dem Parlament. Mit diesem Lärm seid ihr verschont, aber hier gibts wenigstens mal Bilder. Das Geräusch von Hammer auf Blech kann man sich glaube ich ganz gut vorstellen. Grund für den Protest ist diesmal, soweit mir ein Spanier erklärt hat eine Änderung des Fischereigesetzes. Aber ich bin hier leider nur für die Fotos zuständig und im Internet hab ich noch keine Infos gefunden...


Vor dem Parlament steht noch eine wichtige Statue, und zwar die des isländischen Nationalhelden Jón Sigurðsson, der maßgeblich daran beteiligt war, dass Island seine Unabhängigkeit von Dänemark erreicht hat.

Montag, 1. November 2010

Eiseskälte und Vulkanfeuer?

http://grapevine.is/News/ReadArticle/New-Volcano-Likely

Ein zweiter Vulkanausbruch 2010?

Bin ja mal gespannt ob ich noch länger hier bleiben muss oder darf. :)
Schließlich hab ich heut nochmal erfahren, dass Silvester in Reykjavik ein Erlebnis ist, dass man nicht beschreiben kann, sondern erlebt haben muss. Mein Lehrer in dem Kurs über Isländische Kultur meinte: Es ist so hell, dass man Silvesternacht beinah draußen ein Buch lesen kann.

Heute war der erste Tag, an dem ich merke, dass es wirklich richtig Winter wird. Vielleicht liegt es daran, dass heute der erste Novembertag ist und ich vor 9 aufgestanden bin, was an ein Wunder grenzt, nachdem ich die Tage zuvor selten vor 12 Uhr aus dem Bett gekommen bin. Ok, dies könnte unter anderem daran liegen, dass Wochenende war und ich Freitag und Samstag erst am frühen Morgen zuhause war. Was wiederum normal ist für isländische Verhältnisse, da die Party, zumindest in Downtown erst ab 2 Uhr nachts richtig losgeht. Dass es kalt ist, merkt man da aber nur, wenn man fast eine Stunde vor einer Bar wartet um reinzukommen...aber ich bin ja wieder weitgehend erkältungsfrei und werde es hoffentlich auch bleiben: Die Abhärtung durch den Wechsel von kalter Aussentemperatur und heißem Wasser im Hot Pot ist neben frisch gepressten Orangensaft eine Möglichkeit. Und vielleicht bleib ich die nächsten Tage einfach öfter drinnen und stricke oder sitze in der Uni oder der Bibliothek. Was sein muss....
Wie auch immer, mehr interessantes gibts für diesen Blog heute nicht mehr :)