Dienstag, 31. August 2010

300 km hin und zurück

Am Samstag gings auf den ersten und sicher nicht letzten Roadtrip mit Mietwagen. Die Touristentouren per Bus sind, wie fast alles andere in Island unbezahlbar für Studenten.

Und mit eigenem Auto erlebt man sowieso mehr.












So zum Beispiel mitten in der Pampa an einer heruntergekommenen Tankstelle ratlos am Kreditkartenautomat stehen...

Mitten auf der Straße anzuhalten und einen kleinen Spaziergang über das moosbewachsene Lavafeld Eldhraun machen.












Mit einem kleinen, schwarzen Nissan Micra bin ich mit 3 anderen Exchange Students (Lettland, Schweden) an zwei großen Wasserfällen (Seljalandsfoss und Skógarfoss),


























dem mittlerweile abgekühlten Ausbruchsgebiet des Eyjafallajökull (und wir sind erst aus dem Auto ausgestiegen als jeder diesen Namen richtig aussprechen konnte!)
vorbei an atemberaubender Landschaft unter blauem Himmel Richtung Jökulsárlon (Gletscherlagune) gefahren.











Das ist ein gutes Stück die südliche Küste entlang auf der Ringstraße 1, die um die ganze Insel führt. Abends sind wir gut wieder in Reykjavik angekommen, trotz der bedenkenswerten Geräusche, die das Auto die ganze Fahrt über von sich gegeben hat...
Man kann wenn man sich hetzen will sogar in 2 Tagen die ganze Insel abfahren und sich "alles" Sehenswerte ankucken (so sagten uns das zumindest zwei Deutsche Urlauber)













Ich weiß nicht, wie oft ich während dieser Fahrt dachte: Verdammt, ist dieses Land toll!

Wo geht's denn in die Natur?





Das Wandern ging natürlich trotz einer Blase an meiner Zehe weiter. Nicht umsonst hab ich ja noch den Heilbronner Weg als Training gemacht :)
An meinem zweiten Tag haben Emelie und ich uns einfach in einen Stadtbus gesetzt und sind bis zur letzten Station sitzen geblieben. Dabei fällt erstmal der Kleidungsstil der Jugendlichen auf, der unbedarft modisch wirkt und das Ticketsystem, das nämlich darin besteht, dass man das Geld entweder passend dabei hat oder sich am Busbahnhof eine Fahrkarte im Miniformat kauft.
Wir landeten dann nach einer halben Stunde tatsächlich am Rande des bebauten Gebiets und machten einen kleinen Spaziergang auf mit Kraut, Moos und Beeren bewachsene Hügel und haben uns auf der einen Seite Reykjavik mit den drei daranliegenden Städten Hafnafjörður, Kópavogur und Garðabaer von oben angeschaut und auf der anderen Seite einen Blick auf die weite hügelige, baumlose Landschaft gehabt. All das wartet nur darauf entdeckt zu werden!

Als wir uns dann von der ersten Wanderung zur Einstimmung auf den Rückweg gemacht haben, haben wir vor lauter Reden ganz vergessen nach einer Bushaltestelle Ausschau zu halten und als wir dann an einem Busschild waren, fuhr dort leider eine andere Linie. Nach einer ganzen Weile umherirren, die Wanderung hatte mittlerweile schon die Ausmaße einer kleinen Tour überschritten haben wir an einem Kiosk nachgefragt und erfahren, dass wir nur eine Parallelstraße weiter müssen. Da waren meine Füße vielleicht froh...

Freitag, 27. August 2010

Donnerstag, 26. August 2010

2 Stunden geschenkt!

Bin ich froh, dass ich das Packen hinter mir habe. Wären wir gestern nicht schon mit einem früheren Zug nach München gefahren, ich hätte noch etliche Male aus und wieder eingepackt und mich umentschieden. Jetzt ist es sowieso egal, und das wichtigste hab ich immer dabei: Handy, Geld und Papiere. Bücher, Musik und Klamotten. Wanderschuhe...!
Die hätte ich heute auch mal lieber noch anlassen sollen bei meiner Wanderung durch die Hauptstadt Islands. Auf dem Flug hab ich sie angezogen, weil sie nicht mehr in meinen Koffer gepasst hätten, heute aber in meinem kurzzeit Zuhause von 5 Tagen hab ich sie gegen meine neuen schöneren Schuhe eingetauscht, wie gesagt ein bisschen zu schnell.

Aber um nochmal von vorn anzufangen: Ich hab ja schon Erfahrungen damit mit verspäteten oder sonstwie behinderten S-Bahnen zum Flughafen zu fahren. Auch gestern gab es ein bisschen S-Bahn Chaos in München, weil ein Blitz in die Oberleitung eingeschlagen hat, als es plötzlich ganz heftig aus Eimern zu schütten begann. Mama und ich saßen zu dem Zeitpunkt zum Glück in einem Cafe in Pasing. Dort hatten wir beide das Gefühl in einen Film geraten zu sein oder mindestens in eine Zeitmaschine. Neben dem Cafe, das verraucht war, ging es zu einer Bar, an der ältere Herren saßen. Einige von denen setzten sich wenig später an den Tisch neben unserem und unterhielten sich, wie sich die alteingesessenen Müncher wohl auch schon vor 30 Jahren unterhalten haben. Dazu erzählte mir Mama wie es war, als sie damals in Pasing gewohnt hat. Trotz des Oberleitungsschadens kamen wir dann aber rechtzeitig, wenn auch in einer vollgestopften S-Bahn am Flughafen an, wo wir nach meinem Check-In noch Bagels bei Coffee Fellows gegessen haben. Bedient von einem Bully Herbig aus Traumschiff Surprise - Verschnitt.

Ja, und dann, dann ging es los. Die letzte Verabschiedung und erstmal Laptop, meine tolle neue Spiegelreflexkamera untersuchen lassen und meine Wanderschuhe ausziehen...
Dann am Gate wurde mir plötzlich bewusst: Ab jetzt bin ich allein, ab jetzt wird es ernst, jetzt kommt der Teil, den ich mir nicht vorgestellt habe... doch spätestens jetzt ist dieses Gefühl wieder vorüber, weil ich merke, wenn man nicht will, dann ist man nie allein. Vor allem nicht an Orten im Ausland, wo es so viele andere Menschen gibt, die in deiner Situation sind und froh über jeden Menschen, den sie kennenlernen und mit dem sie reden können.
Naja, man ist zwar nicht allein. Aber trotzdem ohne bekannte Gesichter und gemeinsame Erinnerungen...

Der Flug verlief problemlos und die Landung auf ein nachtbeleuchtetes Reykjavik trotz der kleinen Maschine sehr sanft. Von oben bei Nacht hat man einen guten Blick auf die Besiedlungsstruktur in Island. Wie kleine leuchtende Inseln tauchen die Städte im Dunklen auf. Keflavik, wo der Flughafen ist und Reykjavik, die größere "Insel" verbunden durch eine Lichterkette, die sich an der Küste entlangschlängelt. Wenig später fahre ich im Flybus diese Lichterkette und unterschiedliche Hotels, an denen die Fahrgäste rausgelassen werden, ab. Das City Hostel ist der letzte Halt und mittlerweile ist es der deutschen Zeit nach schon 4 Uhr nachts, und ich versuche so leise wie möglich mein Bett in dem Schlafraum zu richten und so schnell wie möglich einzuschlafen...
Morgens bemerke ich, dass ich nur mit deutschen Mädchen im Zimmer bin, denen ich gleich mal meine dringendsten Fragen zwecks in-die Stadt-kommen und isländische-Kronen-bekommen und gönne mir erstmal ein gutes Frühstück bevor es mit dem Bus an den vereinbarten Treffpunkt geht, wo ich den Schlüssel für mein Übergangszimmer bekomme. Mit im Zimmer wohnt Emelie, eine sehr unkompliziert nette Schwedin, die kurz später mit mir zur Registrierung geht. In Island braucht man bei einem Aufenthalt länger als 3 Monate eine ID-Nummer, die kennitala. Leider kann man die nur beantragen, wenn man die Adresse einer Wohnung angeben kann. Doch noch immer habe ich kein Zimmer für die 4 Monate...

Dann machen wir uns zu Fuß auf Richtung Downtown und Fußgängerzone, den bis jetzt schönsten Teil Reykjaviks! Immer mit dem Blick auf den Turm der Hallgrimskirkja zur Orientierung. Jedesmal wenn ich in eine Straße blicke und man das Meer oder Berge sieht hüpft mein Herz vor Freude, denn das ist bei blauem Himmel und Sonne (trotzdem ist es eher kühl und windig) wirklich ein toller Ausblick und sagt mir jedesmal: Du bist jetzt wirklich in Island!
Reykjavik ist nicht so wie ich es mir immer vorgestellt hab, flach wie Erlangen, sondern ziemlich hügelig. Dadurch, und wegen den schönen Straßennamen, findet man sich aber viel leichter zurecht. Nachdem ich in einer Bank für meine paar Euroscheine einen Packen bunter Kronenscheine bekommen hab, zeigt mir Emelie den günstigsten Supermarkt Bonus und wir decken uns ein bisschen mit Essen ein.

Danach mache ich mich auf den Weg mir das Guesthouse anzusehen, das ein Zimmer für mich hätte. Allerdings erst ab 10. September. Bis dahin müsste ich in einem fensterlosen Raum wohnen. Weil sich das anfangs nicht so gemütlich angehört hat, lass ich mir das Zimmer zeigen und bin dann positiv überrascht. Da es im Keller liegt ist das mit den Fenstern nicht so verwunderlich und im Gegenzug gibt es ein großes helles Appartement mit schöner Küche obendrüber. Deswegen entscheide ich mich wenig später kurzerhand dafür das Zimmer zu nehmen und später in ein anderes Zimmer im Guesthouse selbst, auch in den Keller, diesmal mit großem Fenster zu ziehen. Dafür ist die Küche kleiner... Wir werden sehen, wie das so wird. Außer mir wohnen dort dann noch 3 andere Erasmus Studenten. Und die Lage ist ziemlich zentral und es gibt schöne Häuser aussenrum, was dort im Zentrum aber kein so großes Wunder ist :)
Mir droht jetzt also keine Nacht auf der Straße mehr! Ich kann morgen meine kennitala beantragen und ein Konto eröffnen und was ich sonst noch alles brauche.

Damit dieser Eintrag nicht noch auführlicher wird, nur in Stichworten. Treffen mit einer Erasmus Studentin aus Berlin zum Essen und Chai mit Milch trinken. Wanderung zurück zum Pavi Guesthouse where I'm staying right now. Eating Dinner with Emelie and going for a sunset walk. The sun takes so long to set... and it was nice walking along the sea, but very windy too. And now my feet and me are really really tired and will sleeep like a baby.
Oh I turned into english without noticing. Ähmja, das ist so wenn man nur noch Englisch spricht. Es ist erst halb 10 in Reykjavik und immer noch hell, aber es fühlt sich wie in deutscher Zeit nach halb 12 an. So I'm gonna have a cosy evening with reading and post this post, hehe, tomorrow morning when we go to eat breakfast in the main building.