Zur Erklärung: Das Zweite dieser Roadtrip Wochenenden führte mich mit Vroni und Sonja direkt vom Golden Circle, den wir diesmal nicht als Kreis zurück nach Reykjavik gefahren sind, über das Hochland nach Akureyri. Diese Straße nennt man Kjölur-Route und man braucht dafür einen Jeep oder zumindest ein Auto mit Allradantrieb.
To prevent tourists from getting lost:
Part 2
7. Kauf dir lieber dann einen Becher teuren Kaffee, wenn es einen gibt und freu dich nicht auf einen anderen Ort mit besserem Kaffee oder sogar einer heißen Schokolade. Es gibt keinen und wenn, dann haben sie keinen Strom mehr um dir die Getränke aufzuwärmen.
8. Wenn du Isländer mitten im Hochland fragst, wie schnell sie auf der Straße von Hveravellir nach Akureyri fahren und sie antworten 100 km/h, sei bloß nicht beeindruckt, nur weil du selbst auf der ersten Hälfte dieser Straße vom Gullfoss nach Hveravellir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h über Steine, Schlaglöcher und riesige Wasserpfützen (ich möchte fast sagen Teiche) gefahren bist...
Denn die Straße auf der zweiten Hälfte hat keine Schlaglöcher und Pfützen von der Ausdehnung eines Sees und es ist tatsächlich auch für Nicht-Isländer mit Mietwagen, auf den man aufpassen muss, weil man sich das Geld für die Zusatzversicherung gespart hat, ohne weiteres möglich 100 km/h zu fahren
9. Lass dich aber nicht erwischen, weil in ganz Island nur eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erlaubt ist. (Im Hochland begegnest du aber kaum einem anderen Auto geschweige denn einem Polizei Auto.)
10. Wenn dir diese jungen, männlichen Isländer im Hochland schon mit Bier in der Hand sagen, dass es toll wird über Nacht dort zu bleiben und neben einem heißen Hot Pot und dampfendem Wasser in einer Hütte zu übernachten, weil sie noch eine große Party mit Livemusik feiern gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Du bleibst, gehst im Hot Pot baden, betrinkst dich und vergisst den Plan für den nächsten Tag. Zweitens: Du nutzt das verbleibende Tageslicht um nach Akureyri zu kommen und ziehst den sowieso schon engen Plan für den nächsten Tag durch.
11. Ruf in der Jugendherberge an, wenn du schon weißt, dass du spät ankommst, weil die Rezeption um diese Zeit nicht mehr besetzt ist.
12. Schlammlöcher sind keine braunen blubbernden Löcher in grünen Wiesen, sondern graue, dampfende nach Schwefel stinkende Löcher in lehmigem Boden.
Das sind also Erkenntnisse, die mir in diesen zwei letzten Wochenenden gekommen sind. Doch gerade dafür macht man ja diese Roadtrips. Nicht um sich sicher im Bus von einem Ort zum andern kutschieren zu lassen, und andere für einen organisieren lassen, sondern um das Land kennen zu lernen. Natürlich weiß man, dass innerhalb von Island kaum Menschen leben können, weil dich zwei Drittel der Bevölkerung in Reykjavik zusammengerottet hat und die Landschaft mit ihren Steinen, Hitze die unter der Erde brodelt und so weiter nicht überall bewohnt werden lann. Richtig merken tut man das aber erst, wenn man durch diese Orte fährt, die es auf einer anderen Landkarte vielleicht garnicht verdient hätten als Punkt eingezeichnet zu werden. Doch gibt es gerade an diesen unspektakulären Punkten eine Infotafel, die über ein historisches Ereignis, sei es eine isländische Legende oder tatsächliche Wahrheit berichtet. Und wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es mindestens eine Sache, die typisch isländisch ist: Lavafelder, Islandpferde, Schafe, heiße Quellen, heißer Dampf aus dem Boden (es gibt quasi keine Geothermalen Gebiete: Island ist das Geothermale Gebiet!!), Berge, die entweder Pseudovulkane oder wirkliche Vulkane sind oder wie Steinhaufen aussehen, und natürlich Gletscher...oder Menschen in Isländerpullis, die inmitten dieser Weite stehen und aussehen, als würden sie genau da und nirgends sonst hinpassen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen