Sonntag, 28. November 2010
Sólin Mun Skína (Rökkuró)
In dieser kalten, dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig gute, passende Musik zu hören. Deswegen gibts heute zum ersten Advent dieses wunderschön optimistische Lied, das ich hier schon live gehört habe. Der Titel heißt "die sonne wird scheinen". Jetzt wird sie aber erst mal jeden Tag weniger scheinen...
Heute wurde auf austurvöll, dem Platz vor dem Parlament ein norwegischer Tannenbaum eingeweiht, und es wurde weihnachtliche Musik gespielt. Weil mir und den holländischen Mädels mit denen ich dort war, aber die Zehen eingefroren sind, mussten wir uns danach bei einer heißen Schokolade aufwärmen. Schnee gibts hier in Reykjavík gerade keinen mehr, was die Weihnachtsdekorationen in der Stadt noch ein bisschen schwach aussehen lässt.
Sonntag, 21. November 2010
Anzeichen des Endes in der kleinen Ausnahmewelt
Endlich mal wieder ein kleiner Bericht in Worten.
Es ist tatsächlich nur noch eine Woche Uni hier an der Hàskoli Ìslands! Anlässlich dieser Verkündung bin ich gestern aus allen Wolken gefallen. Aber es stimmt...
Die Zeichen des Endes dieses Semesters mehren sich zunehmend. Alles geht wie immer viel zu schnell. Aber wie soll man das Leben als Erasmus Student beschreiben? Ich rede zurzeit oft von der Ausnahmesitutaion, die so ein Semester ist. Du bist weg von deinem gewohnten Umkreis, lernst aber gleichzeitig unglaublich viele Menschen kennen, die sich mit dir gemeinsam über das Land wundern. Und wir Erasmus Studenten lieben Island, mit seiner gewaltigen Natur, seiner Kälte, seiner Verrücktheit und seinen Hot Pots und das posten wir auch regelmässig über Facebook hinaus in unsere kleine Welt. Ich fühle mich manchmal wirklich wie in einer großen Erasmus-Familie. Man ist zwar ganz allein hier her, auf diese abgeschottete, ferne Insel gekommen, doch immer wenn ich hier in die Stadt gehe, kann ich damit rechnen mindestens einer Person zu begegnen, die ich kenne und mit der ich ein paar Worte wechsle. (In der Uni sowieso). Natürlich sind das selten Isländer...auch wenn ich hauptsächlich nach Island gegangen bin um mein Isländisch zu verbessern, hab ich eher besser Englisch gelernt und Menschen aus Europa und dem Rest kennen gelernt. Denn das ist der Unterschied zwischen Auslandssemester und "in einem anderen Land leben" und ich habe mich wohl unbewusst für dieses eine kurze Semester dafür entschieden voll in das Erasmus-Leben einzusteigen. Das "In Island leben" kann ja immer noch kommen. Nächstes Jahr oder so :)
Jedenfalls mag ich das Leben hier sehr gerne. Natürlich steht die Uni nicht an erster Stelle, selbst jetzt in der heissen Phase der Prüfungen und nahenden Abgabetermine gibt es etliche Ablenkungen.
Sei es auch nur ein Stricktreffen im Hàskolatorg (weil alle Mädchen spätestens hier anfangen zu stricken gibt es den wöchentlichen Strickclub) nach der Bibliothek.
Oder mal wieder zur Entspannung im Hot Pot sitzen (und einen kleinen Abstecher zur Abkühlung in das eiskalte Meerwasser machen in Nautholsvík, dem Stadtstrand von Reykjavík).
Oder isländische Bands live in Bars oder Kirchen spielen sehen (Rökkuró, For A Minor Reflection, oder das Orchester eines Kommilitonen).
Oder Geburtstage feiern. Mit Bier oder Kuchen und Tee.
Ins Kino gehen und englische Filme mit isländischen Untertiteln kucken. Oder Mittwochs kostenlos einen isländischen Film im Culture House.
Oder eine finnische Pre-Christmas-Party mit anschliessender spanischer Musik, die alle und vor allem die Spanier dazu veranlasst die Tische samt Weihnachtsdeko zur Seite zu schieben um Platz zum Tanzen zu haben.
Oder eine Fahrradtour nach der Uni zur Kirche auf der Halbinsel, oder gleich fahrradfahren auf dem zugefrorenen Stadtteich Tjörnin.
Sonntags wieder mal auf dem Flohmarkt gehen und endlich zu merken, dass man doch Fortschritte macht im isländisch sprechen.
Oder endlich doch noch...
Und nebenbei muss man ja auch mal Zeit haben zum Kerzen und Pepperkaker kaufen. Flug buchen. Sich ein bisschen auf Weihnachten freuen, aber eigentlich keine Zeit dazu haben.
Was passiert, wenn das hier zu Ende ist?
Who cares? Jetzt bin ich noch hier. Noch genau vier Wochen.
Es ist tatsächlich nur noch eine Woche Uni hier an der Hàskoli Ìslands! Anlässlich dieser Verkündung bin ich gestern aus allen Wolken gefallen. Aber es stimmt...
Die Zeichen des Endes dieses Semesters mehren sich zunehmend. Alles geht wie immer viel zu schnell. Aber wie soll man das Leben als Erasmus Student beschreiben? Ich rede zurzeit oft von der Ausnahmesitutaion, die so ein Semester ist. Du bist weg von deinem gewohnten Umkreis, lernst aber gleichzeitig unglaublich viele Menschen kennen, die sich mit dir gemeinsam über das Land wundern. Und wir Erasmus Studenten lieben Island, mit seiner gewaltigen Natur, seiner Kälte, seiner Verrücktheit und seinen Hot Pots und das posten wir auch regelmässig über Facebook hinaus in unsere kleine Welt. Ich fühle mich manchmal wirklich wie in einer großen Erasmus-Familie. Man ist zwar ganz allein hier her, auf diese abgeschottete, ferne Insel gekommen, doch immer wenn ich hier in die Stadt gehe, kann ich damit rechnen mindestens einer Person zu begegnen, die ich kenne und mit der ich ein paar Worte wechsle. (In der Uni sowieso). Natürlich sind das selten Isländer...auch wenn ich hauptsächlich nach Island gegangen bin um mein Isländisch zu verbessern, hab ich eher besser Englisch gelernt und Menschen aus Europa und dem Rest kennen gelernt. Denn das ist der Unterschied zwischen Auslandssemester und "in einem anderen Land leben" und ich habe mich wohl unbewusst für dieses eine kurze Semester dafür entschieden voll in das Erasmus-Leben einzusteigen. Das "In Island leben" kann ja immer noch kommen. Nächstes Jahr oder so :)
Jedenfalls mag ich das Leben hier sehr gerne. Natürlich steht die Uni nicht an erster Stelle, selbst jetzt in der heissen Phase der Prüfungen und nahenden Abgabetermine gibt es etliche Ablenkungen.
Sei es auch nur ein Stricktreffen im Hàskolatorg (weil alle Mädchen spätestens hier anfangen zu stricken gibt es den wöchentlichen Strickclub) nach der Bibliothek.
Oder mal wieder zur Entspannung im Hot Pot sitzen (und einen kleinen Abstecher zur Abkühlung in das eiskalte Meerwasser machen in Nautholsvík, dem Stadtstrand von Reykjavík).
Oder isländische Bands live in Bars oder Kirchen spielen sehen (Rökkuró, For A Minor Reflection, oder das Orchester eines Kommilitonen).
Oder Geburtstage feiern. Mit Bier oder Kuchen und Tee.
Ins Kino gehen und englische Filme mit isländischen Untertiteln kucken. Oder Mittwochs kostenlos einen isländischen Film im Culture House.
Oder eine finnische Pre-Christmas-Party mit anschliessender spanischer Musik, die alle und vor allem die Spanier dazu veranlasst die Tische samt Weihnachtsdeko zur Seite zu schieben um Platz zum Tanzen zu haben.
Oder eine Fahrradtour nach der Uni zur Kirche auf der Halbinsel, oder gleich fahrradfahren auf dem zugefrorenen Stadtteich Tjörnin.
Sonntags wieder mal auf dem Flohmarkt gehen und endlich zu merken, dass man doch Fortschritte macht im isländisch sprechen.
Oder endlich doch noch...
Und nebenbei muss man ja auch mal Zeit haben zum Kerzen und Pepperkaker kaufen. Flug buchen. Sich ein bisschen auf Weihnachten freuen, aber eigentlich keine Zeit dazu haben.
Was passiert, wenn das hier zu Ende ist?
Who cares? Jetzt bin ich noch hier. Noch genau vier Wochen.
Esja
Am Samstag bin ich endlich auf den/die Esja gewandert!
Das ist der Berg, den man häufig auf meinen Fotos von Reykjavík auf der anderen Seite des Wassers sehen kann. Das ist auch der Berg, den ich jeden Tag in unterschiedlichen Lichtstimmungen sehe, wenn ich an der Uni oder Perlan bin. Deswegen musste ich da unbedingt noch rauf und ich hatte praktischerweise einen Geologie-Studenten als Guide.
Eigentlich heißt das ganze Gebiet Esja, und es gibt unterschiedliche Gipfel. Um ganz hoch zu kommen mussten wir Schnee durchqueren, über Felsen klettern und uns an Seilen festhalten. Oben ist eine weite Fläche mit Steinen, Geröll und grünem, weichen Moos, über die der Wind gefegt hat.
Unten am Parkplatz haben wir auf den Bus gewartet, als plötzlich zwei andere Austauschstudenten, die ich nur knapp kannte, auf uns zu kamen und fragten ob sie uns zurück mit in die Stadt nehmen sollen. Sie haben nämlich ihr Auto aus Deutschland mit nach Island gebracht. Witzigerweise wohnen sie im Haus gegenüber von meinem Guesthouse und wollten am Abend aufs selbe Konzert wie ich. So zum Beispiel lernt man hier neue Menschen kennen.
Dienstag, 16. November 2010
Aurora Borealis
Reykjavík IV
Ein sonniger, kalter Wintertag im November.
Am Hafen. Es ist ruhig, kein unangenehmer Wing geht
sondern die Sonne scheint mir ins Gesicht.
Ich tanke Vitamin D und ich höre Musik.
Tjörnin ist gefroren und Familien nutzen das für einen
Sonntagsspaziergang auf dem Eis. Ich bin sogar schon mit
dem Fahrrad über den See gefahren. Wunderbar!
Donnerstag, 4. November 2010
Reykjavik III
Gestern: Endlich Schnee! Am Abend hab ich einen kleinen Spaziergang durch die Schneeflocken gemacht und bin dann noch bei den Franzosen im Guesthouse vorbeigeschneit um mich in Gesellschaft und in der Küche aufzuwärmen. So nebenbei: Ich hätte es nicht erwähnen dürfen...ich bin trotz Abhärtung wieder erkältet!
Heute: Seit langem wieder zu Fuß zur Uni. Mir war es zuviel Schnee fürs Fahrrad und ich wollte wieder einmal Fotos machen. Dies sind Eindrücke von meinem Weg am Tjörnin entlang, wer sich erinnert - ich habe im Dezember schon mal vom selben Weg Bilder hochgeladen.
Ein Teil des Rathaus, das in den Teich hineingebaut wurde, dahinter wie immer über allem die Hallgrimskirkja und neben der aufgehenden Sonne (es war 10 Uhr!) die Rundkuppel von Perlan auf dem Hügel.
Ein Schneepflug auf der Straße zur Uni. Das Hauptgebäude der Uni.
Davor Saemundur der Weisen, der laut Legende, der erste studierende Isländer im Ausland war und von Frankreich auf dem Rücken eines Seehundes nach Island zurückgekommen ist.
Die beflügelte Teichbevölkerung auf Wasser und Eis.
...und dann auf dem Heimweg nach der Uni höre ich schon von weitem, das mittlerweile bekannte Geräusch der Protestierenden vor dem Parlament. Mit diesem Lärm seid ihr verschont, aber hier gibts wenigstens mal Bilder. Das Geräusch von Hammer auf Blech kann man sich glaube ich ganz gut vorstellen. Grund für den Protest ist diesmal, soweit mir ein Spanier erklärt hat eine Änderung des Fischereigesetzes. Aber ich bin hier leider nur für die Fotos zuständig und im Internet hab ich noch keine Infos gefunden...
Vor dem Parlament steht noch eine wichtige Statue, und zwar die des isländischen Nationalhelden Jón Sigurðsson, der maßgeblich daran beteiligt war, dass Island seine Unabhängigkeit von Dänemark erreicht hat.
Montag, 1. November 2010
Eiseskälte und Vulkanfeuer?
http://grapevine.is/News/ReadArticle/New-Volcano-Likely
Ein zweiter Vulkanausbruch 2010?
Bin ja mal gespannt ob ich noch länger hier bleiben muss oder darf. :)
Schließlich hab ich heut nochmal erfahren, dass Silvester in Reykjavik ein Erlebnis ist, dass man nicht beschreiben kann, sondern erlebt haben muss. Mein Lehrer in dem Kurs über Isländische Kultur meinte: Es ist so hell, dass man Silvesternacht beinah draußen ein Buch lesen kann.
Heute war der erste Tag, an dem ich merke, dass es wirklich richtig Winter wird. Vielleicht liegt es daran, dass heute der erste Novembertag ist und ich vor 9 aufgestanden bin, was an ein Wunder grenzt, nachdem ich die Tage zuvor selten vor 12 Uhr aus dem Bett gekommen bin. Ok, dies könnte unter anderem daran liegen, dass Wochenende war und ich Freitag und Samstag erst am frühen Morgen zuhause war. Was wiederum normal ist für isländische Verhältnisse, da die Party, zumindest in Downtown erst ab 2 Uhr nachts richtig losgeht. Dass es kalt ist, merkt man da aber nur, wenn man fast eine Stunde vor einer Bar wartet um reinzukommen...aber ich bin ja wieder weitgehend erkältungsfrei und werde es hoffentlich auch bleiben: Die Abhärtung durch den Wechsel von kalter Aussentemperatur und heißem Wasser im Hot Pot ist neben frisch gepressten Orangensaft eine Möglichkeit. Und vielleicht bleib ich die nächsten Tage einfach öfter drinnen und stricke oder sitze in der Uni oder der Bibliothek. Was sein muss....
Wie auch immer, mehr interessantes gibts für diesen Blog heute nicht mehr :)
Ein zweiter Vulkanausbruch 2010?
Bin ja mal gespannt ob ich noch länger hier bleiben muss oder darf. :)
Schließlich hab ich heut nochmal erfahren, dass Silvester in Reykjavik ein Erlebnis ist, dass man nicht beschreiben kann, sondern erlebt haben muss. Mein Lehrer in dem Kurs über Isländische Kultur meinte: Es ist so hell, dass man Silvesternacht beinah draußen ein Buch lesen kann.
Heute war der erste Tag, an dem ich merke, dass es wirklich richtig Winter wird. Vielleicht liegt es daran, dass heute der erste Novembertag ist und ich vor 9 aufgestanden bin, was an ein Wunder grenzt, nachdem ich die Tage zuvor selten vor 12 Uhr aus dem Bett gekommen bin. Ok, dies könnte unter anderem daran liegen, dass Wochenende war und ich Freitag und Samstag erst am frühen Morgen zuhause war. Was wiederum normal ist für isländische Verhältnisse, da die Party, zumindest in Downtown erst ab 2 Uhr nachts richtig losgeht. Dass es kalt ist, merkt man da aber nur, wenn man fast eine Stunde vor einer Bar wartet um reinzukommen...aber ich bin ja wieder weitgehend erkältungsfrei und werde es hoffentlich auch bleiben: Die Abhärtung durch den Wechsel von kalter Aussentemperatur und heißem Wasser im Hot Pot ist neben frisch gepressten Orangensaft eine Möglichkeit. Und vielleicht bleib ich die nächsten Tage einfach öfter drinnen und stricke oder sitze in der Uni oder der Bibliothek. Was sein muss....
Wie auch immer, mehr interessantes gibts für diesen Blog heute nicht mehr :)
Dienstag, 26. Oktober 2010
Erkenntnise, Nordlichter und andere Anzeichen von Winter
Man glaubt es kaum, aber ich bin mittlerweile schon in der zweiten Hälfte meines Auslandssemesters angelangt...
Ich empfinde diese Tatsache auf der einen Seite als gut, denn alles was mich ärgert, kann ich mit einem entspannten "ist ja nur noch für 'n paar Wochen" abtun. Auf der anderen Seite erreicht es gerade das Gegenteil: Anspannung. Stress. Druck. Ich habe nur noch so wenig Zeit in diesem Land und will doch noch so viel tun und sehen, geschweige denn von Dingen, die ich machen muss... und eins habe ich in den letzten Wochen gelernt: Während eines Auslandssemesters verpasst du ständig etwas. Denn egal, wo du bist und was du machst, es gäbe immer noch mehr und mit anderen Menschen. Das "sich präsent fühlen" und zufrieden im Hier und Jetzt wird einem nicht so leicht gemacht. Erst recht nicht wegen Facebook, wo man von seinen Erasmus-Kumpanen ständig noch tollere Bilder von noch schöneren Reisen siehst. (Was vermutlich nicht wahr ist, aber zumindest mir, kann man das sehr leicht weis machen.) Immerhin lässt dieses "Zuviel von allem" keine oder wenig Zeit für Heimweh. (ich freu mich schon auf sehr ruhige und langweilige Weihnachtstage - wirklich!)


Eine zweite Einsicht, die mir kam, ist, dass man sich ziemlich schnell an so viel Trubel und Unternehmungen gewöhnt und es erst mal ein unangenehmer Schlag für das Wohlbefinden ist, wenn man in die harte Realität zurückgeworfen wird, in der außer Uni und andere unangenehme Dinge nicht viel auf einen wartet und sich nach dem Ende des 3-wöchigem Besuch von Freunden beinahe verlassen fühlt. Nunja, dass dieses Gefühl nicht unbedingt zuträglich ist um einen richtig schönen Geburtstag zu haben ist wahrscheinlich verständlich. Trotzdem sind mir an diesem Tag wunderbare Dinge widerfahren und Menschen, die mich wirklich noch nicht lange kennen haben mir gratuliert (Facebook sei Dank) und mit mir gefeiert. Ich habe sogar ein englisches und französisches Geburtstagsständchen bekommen und Kuchen mit Kerzen, nicht zu vergessen die Geschenke, die mir die Heimreisenden dagelassen haben. Witzigerweise hat mein italiensicher "housemate" Angelo am selben Tag Geburtstag wie ich, was für mich ein Grund war Kuchen zu kaufen und ihn mit ihm zu teilen. Ich hätte ja wirklich gerne einen gebacken, aber leider ist unsere Küche nicht so gut ausgestattet und nicht besonders gemütlich. Aber wenn wir gerade in der Küche sind: Sonja und ich haben dort vor 2 Wochen richtige italienische Pasta von Angelo serviert bekommen.


Natürlich schreibe und fotografiere ich für diesen Blog nur die schönen Dinge, um die Leser neidisch zu machen! Um zu zeigen, dass ich noch nicht in eine isländische Traumwelt voller Elfen und gigantischen Landschaften abgedriftet bin, einiges zur Auslands-Realität: Wie so viele Austauschstudenten wohn ich in einem Guesthouse, nur das meins über den Winter immer noch für den Tourismus Betrieb geöffnet ist und nur der Keller an Studenten vermietet ist. Dummerweise hat man aber im Keller und vor allem meinem Zimmer eine schlechte bis garkeine Internetverbindung, was dazu führt, dass ich alles im Internet vorzugsweise in der Uni erledigen muss, was echt ärgerlich ist.
Neben dem Island-Traum gibt es Erwähnenswertes, das zeigt, dass ich hier durchaus auch was lerne und für die Uni tu. In der Zeit, als ich Besuch hatte, hab ich ein Referat vorbereiten und halten und einen Midterm-Test schreiben müssen. Jetzt beginnt die Phase, in der ich all das, für das ich keine Zeit hatte aufarbeiten muss und bald kommen dann Essays und Exams auf mich zu. Ich mach hier mittlerweile nur noch 4 Kurse, die aber teilweise zweimal die Woche sind und für die ich sehr viel außerhalb der Stunden machen muss. Sich dafür zu motivieren ist in so einem tollen Land mit so vielen Möglichkeiten nicht immer einfach ;)
Mitte Oktober ist hier immer ein, für viele isländische Bands die dadurch international bekannt wurden, legendäres Musikfestival: das Airwaves. Währenddessen ist Reykjavik noch ein bisschen cooler, als es sowieso schon ist. Auch ohne Bändchen kommt man in den Genuss von viel neuer Musik, denn von überall kommt irgendwie Live-Musik. Beim Friseur. Im Musikladen. In Bars. Dank der vielen Off Venue Spielorte kann man das Musikfestival garnicht umgehen. Leider hat meine Erkältung mir verboten ins Schwimmbad zu gehen und ein Konzert im Hot Pot sitzend zu erleben. Aber wie gesagt: Man verpasst immer was.
Bevor ich es vergesse: etwas, was ich bis zum Wochenende auch immer verpasst habe, waren Nordlichter. Seit Samstag Abend, an dem ich auf einer Party in einem anderen Guesthouse war, dessen Name zufälligerweise Aurora ist (der perfekte Platz also um Aurora Borealis zu erleben), kann ich auch dieses Naturphänomen auf meiner (nur im Kopf existierenden) Liste abhaken. Wir waren auf dem Balkon in diesem Haus, das mitten in der Stadt liegt und konnten somit über einen Teil von Reykjavík kucken und ein grünes, leuchtendes Nordlicht über den ganzen dunklen Himmel tanzen sehen. Ich war so glücklich! Es war allerdings eiskalt auf dem Balkon. Deswegen statt nicht-existierenden Fotos davon, Bilder von einer Fahrradtour (mein geliehenes Fahrrad hat hier noch nie Erwähnung gefunden, aber es ist ganz fabelhaft!) durch Reykjavík und dem ersten Schnee auf der Esja.

Ich empfinde diese Tatsache auf der einen Seite als gut, denn alles was mich ärgert, kann ich mit einem entspannten "ist ja nur noch für 'n paar Wochen" abtun. Auf der anderen Seite erreicht es gerade das Gegenteil: Anspannung. Stress. Druck. Ich habe nur noch so wenig Zeit in diesem Land und will doch noch so viel tun und sehen, geschweige denn von Dingen, die ich machen muss... und eins habe ich in den letzten Wochen gelernt: Während eines Auslandssemesters verpasst du ständig etwas. Denn egal, wo du bist und was du machst, es gäbe immer noch mehr und mit anderen Menschen. Das "sich präsent fühlen" und zufrieden im Hier und Jetzt wird einem nicht so leicht gemacht. Erst recht nicht wegen Facebook, wo man von seinen Erasmus-Kumpanen ständig noch tollere Bilder von noch schöneren Reisen siehst. (Was vermutlich nicht wahr ist, aber zumindest mir, kann man das sehr leicht weis machen.) Immerhin lässt dieses "Zuviel von allem" keine oder wenig Zeit für Heimweh. (ich freu mich schon auf sehr ruhige und langweilige Weihnachtstage - wirklich!)
Eine zweite Einsicht, die mir kam, ist, dass man sich ziemlich schnell an so viel Trubel und Unternehmungen gewöhnt und es erst mal ein unangenehmer Schlag für das Wohlbefinden ist, wenn man in die harte Realität zurückgeworfen wird, in der außer Uni und andere unangenehme Dinge nicht viel auf einen wartet und sich nach dem Ende des 3-wöchigem Besuch von Freunden beinahe verlassen fühlt. Nunja, dass dieses Gefühl nicht unbedingt zuträglich ist um einen richtig schönen Geburtstag zu haben ist wahrscheinlich verständlich. Trotzdem sind mir an diesem Tag wunderbare Dinge widerfahren und Menschen, die mich wirklich noch nicht lange kennen haben mir gratuliert (Facebook sei Dank) und mit mir gefeiert. Ich habe sogar ein englisches und französisches Geburtstagsständchen bekommen und Kuchen mit Kerzen, nicht zu vergessen die Geschenke, die mir die Heimreisenden dagelassen haben. Witzigerweise hat mein italiensicher "housemate" Angelo am selben Tag Geburtstag wie ich, was für mich ein Grund war Kuchen zu kaufen und ihn mit ihm zu teilen. Ich hätte ja wirklich gerne einen gebacken, aber leider ist unsere Küche nicht so gut ausgestattet und nicht besonders gemütlich. Aber wenn wir gerade in der Küche sind: Sonja und ich haben dort vor 2 Wochen richtige italienische Pasta von Angelo serviert bekommen.
Natürlich schreibe und fotografiere ich für diesen Blog nur die schönen Dinge, um die Leser neidisch zu machen! Um zu zeigen, dass ich noch nicht in eine isländische Traumwelt voller Elfen und gigantischen Landschaften abgedriftet bin, einiges zur Auslands-Realität: Wie so viele Austauschstudenten wohn ich in einem Guesthouse, nur das meins über den Winter immer noch für den Tourismus Betrieb geöffnet ist und nur der Keller an Studenten vermietet ist. Dummerweise hat man aber im Keller und vor allem meinem Zimmer eine schlechte bis garkeine Internetverbindung, was dazu führt, dass ich alles im Internet vorzugsweise in der Uni erledigen muss, was echt ärgerlich ist.
Neben dem Island-Traum gibt es Erwähnenswertes, das zeigt, dass ich hier durchaus auch was lerne und für die Uni tu. In der Zeit, als ich Besuch hatte, hab ich ein Referat vorbereiten und halten und einen Midterm-Test schreiben müssen. Jetzt beginnt die Phase, in der ich all das, für das ich keine Zeit hatte aufarbeiten muss und bald kommen dann Essays und Exams auf mich zu. Ich mach hier mittlerweile nur noch 4 Kurse, die aber teilweise zweimal die Woche sind und für die ich sehr viel außerhalb der Stunden machen muss. Sich dafür zu motivieren ist in so einem tollen Land mit so vielen Möglichkeiten nicht immer einfach ;)
Mitte Oktober ist hier immer ein, für viele isländische Bands die dadurch international bekannt wurden, legendäres Musikfestival: das Airwaves. Währenddessen ist Reykjavik noch ein bisschen cooler, als es sowieso schon ist. Auch ohne Bändchen kommt man in den Genuss von viel neuer Musik, denn von überall kommt irgendwie Live-Musik. Beim Friseur. Im Musikladen. In Bars. Dank der vielen Off Venue Spielorte kann man das Musikfestival garnicht umgehen. Leider hat meine Erkältung mir verboten ins Schwimmbad zu gehen und ein Konzert im Hot Pot sitzend zu erleben. Aber wie gesagt: Man verpasst immer was.
Bevor ich es vergesse: etwas, was ich bis zum Wochenende auch immer verpasst habe, waren Nordlichter. Seit Samstag Abend, an dem ich auf einer Party in einem anderen Guesthouse war, dessen Name zufälligerweise Aurora ist (der perfekte Platz also um Aurora Borealis zu erleben), kann ich auch dieses Naturphänomen auf meiner (nur im Kopf existierenden) Liste abhaken. Wir waren auf dem Balkon in diesem Haus, das mitten in der Stadt liegt und konnten somit über einen Teil von Reykjavík kucken und ein grünes, leuchtendes Nordlicht über den ganzen dunklen Himmel tanzen sehen. Ich war so glücklich! Es war allerdings eiskalt auf dem Balkon. Deswegen statt nicht-existierenden Fotos davon, Bilder von einer Fahrradtour (mein geliehenes Fahrrad hat hier noch nie Erwähnung gefunden, aber es ist ganz fabelhaft!) durch Reykjavík und dem ersten Schnee auf der Esja.
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