Bevor das neue Jahr ernsthaft beginnt noch ein kurzer abschließender Eintrag dieses Blogs. Mein Erfahrungsbericht für ERASMUS ist bald auf dem Weg durchs Internet, der Abschlussfragebogen ausgefüllt. Die Bilder werden immer noch wehmütig angekuckt und Familie und Freunden gezeigt.
Doch was steht in meinen Erfahrungsbericht? Bestimmt ein bisschen mehr als die drei Sätze mit denen man höflich Neugierige auf die Frage: "Wie wars in Island?" abspeist. Es war toll! Sowohl Island als ein sehr beeindruckendes Land und all die Menschen, die ich getroffen habe. Mein Isländisch? Frag mich lieber nach meinem Englisch. Ja, der Vulkan hat sich wieder beruhigt.
Wenn man nach Hause kommt, merkt man wie schwer es ist von seinen eigenen Erfahrungen zu erzählen. Man entdeckt voller Erschrecken, dass manche Freunde nicht mal Björk kennen! Manchen würd ich am liebsten sagen: Lies doch meinen Blog. Denn da sind die Eindrücke meistens frisch. Und ja, es sind meine eigenen. Andere dürfen unwissend sein. So war ich schließlich auch mal. Aber ich vermisse die Menschen, die denselben Island-Horizont haben, die dasselbe Land zurselben Zeit mit mir kennengelernt haben. All die Menschen, die einem begegnet sind. Die mit mir diese Zeit verbracht haben,
Jetzt zuhause im verschneiten Winterwunderland Allgäu ist man fern von all dem. Die Abschiedsszenarien am BSÍ, dem Busbahnhof, von dem die Busse 40 km nach Keflavik fahren sind fast schon vergessen, durch den Trubel zwischen Weihnachten und Silvester. Aber nie ganz. Denn ich werd mich doch immer wieder daran erinnern, an diese Zeit in der kreativen Stadt auf dieser kleinen Insel mit genau diesen Menschen, oben im Norden.
Und nein: Es war nicht kalt! Nicht kälter als hier, nicht mal Schnee hatten wir... So eine Ironie, dass ein paar wegen des Schnees im Heimatland (Frankreich) noch eine zusätzliche Nacht in Reykjavik verbringen durften, weil der Flug verschoben wurde. Nur ich hatte Glück und keine Verspätungen.
Viele von den Leuten hätte ich gerne besser kennen gelernt und mehr Zeit mit ihnen verbracht. Denn die Zeit ging so schnell vorbei. Fast wie im Traum. Es gab tatsächlich nur einen Tag, an dem ich nach Hause wollte. Das war, als unser Pferd krank war und sich nicht mehr bewegen konnte. Da wäre ich gerne zuhause gewesen und hätte sie gepflegt. Doch jetzt ist sie wieder quicklebendig und alles scheint, als wäre ich nie weg gewesen. Was sind schon 4 Monate? Alles wie immer.
Und doch überkommt mich hier dann ab und zu das Gefühl der Vergänglichkeit. Die abgegriffene Metapher vom Sand, der durch deine Finger rinnt. Dieses Rieseln ist ein schönes Gefühl. Aber irgendwann ist es vorbei. Diese Sandkörner in dieser Position werden nie wieder zusammen an dem Ort sein, der sich unser Zuhause auf Zeit nannte. Ein Zuhause, das wie geschaffen ist für eine Ansammlung von Studenten von überall her. Denn in Reykjavik fühlt man sich nicht alleine, Reykjavik ist kein Ort um sich zu langweilen. Zumindest nicht für mich. Vielleicht für wärmeverwöhnte Italiener aus einer richtigen Großstadt, aber nicht für jemanden wie mich, die sich zuhause in ihrem kleinen Dorf im kalten Winter mit viel Schnee doch auch wieder wohl fühlt...
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