Montag, 13. Dezember 2010

Abends um halb 5 im Dunkeln über den zugefrorenen Tjörnin in die Stadt zu laufen, wo noch vereinzelte Kinder auf dem Eis spielen. Das Geschnatter und Geplapper der vielen Gänse, Enten und Schwäne in der Nähe des Rathauses. Die vielen Katzen in den Gassen der Stadt, die leider immer zu schnell abhauen, bevor ich eine davon streicheln kann. Das rosa bonus Schwein und die Frage der Verkäufer "Viltu poka?". Wirklich ausnahmslos jedes mal einen Bekannten zu treffen, wenn man in der Stadt ist. Der Ausblick vom Unigebäude auf die Hallgrimskirkja und Perlan. Der Weg am Meer entlang und die Flugzeuge, von denen wirklich jedesmal eins auf dem Domestic Airport landet, wenn ich dort spazieren gehe. Vor Wärme dampfendes Wasser. Die runde Dampfsauna, die mit den gleichen durchsichtigen Fensterfliesen gebaut wurde, wie die bei uns zuhause im Treppenhaus. Das Sonnenlicht, das durch ebendiese fällt und einen Lichtstreifen im Dampf hinterlässt. Den Gesprächen der Isländer im Hot Pot zu lauschen und sich zu freuen, wenn man versteht, um was es geht. Den Kindern beim Spielen und den Schwimmern beim Schwimmen zukucken, während man entspannt und vor sich hin träumen im heißen Wasser sitzt.
Das Nordic House, wo es jetzt jeden Tag eine neue Adventskalender Überraschung in Form von Auftritten von Bands oder Sängern gibt. Oder ein halbe Stunde Yoga und leckeres Gebäck im Anschluss. Die Uni, in die ich gerne gehe, auch wenn die Kurse vorbei sind, weil es das tolle Háma Café und bunte Stühle zum draufsitzen, Menschen beobachten und Menschen treffen gibt. Ich mag diese Uni auch, weil sie Silent Rooms hat, in denen es abgeschirmte Plätze mit eigenem Stromanschluss für den Laptop gibt, wo man seine Ruhe hat, und sich deswegen manchmal nur über Facebook mit den Gegenübersitzenden verständigt.
Das Babalu, das Stammcafé vieler geworden ist, weil es wie ein großes gemütliches Wohnzimmer ist und die leckersten Kuchen und bestes Bananenbrot hat. Oder Kofi Tómasar Frænda, in dem man die besten Gespräche führen kann, und in dem immer gute Musik läuft. Apropos Musik: 12 tonar, der Musikladen, der auch ein Plattenlabel ist, wo man stundenlang sitzen und stricken kann, während man an einem der CD-Spieler schöne, neue isländische Musik entdeckt. Und apropos Stricken: Die Handknitting Association, in der es die meisten Isländerpullis gibt und günstige Lopi (Wolle). Auf dem Flohmarkt im Kolaportið gibt es auch Isländerpullis und allerlei anderes Gestricktes, unter anderem bei zwei älteren Damen, die dir auch auf Wunsch einen Pulli stricken oder Stricktips geben.
Der Hafen, der im Winterhalbjahr meistens still und ruhig ist, von wo aus man die Lichtsäule des Peace Towers auf Videy von Yoko Ono besonders gut sieht. An einem anderen Platz am Hafen, wo man Nordlichter sehen kann, auch wenn sie nicht besonders stark sind. Wo man nachts die Wellen auf den Sand rauschen hören kann, weil Flut ist...

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